
URSULA JONSSONS
FOTOALBUM

An einem Vormittag Anfang August 1926 merkten in Hiddenhausen in Westfalen drei
werdende Mütter fast gleichzeitig, dass ihre Kinder zur Welt kommen wollten. Aber es gab
nur eine Hebamme und einen Arzt und Geburtshelfer. Das war mein Vater. Er sah keinen anderen
Ausweg als eine der Mütter schnell ins Krankenhaus zu fahren. Das war meine Mutter.
Darum wurde ich in einer Stadt geboren und oft habe ich mich gefragt, warum gerade ich,
da ich mich in Städten gar nicht wohlfühle. Das hat mich mein Leben lang verfolgt. In meinem
Pass und Führerschein und überall steht geschrieben, dass ich in einer Stadt geboren bin.

Im Hause vor der Kirche bin ich gebo... Entschuldigen Sie! verbrachte ich meine zwei ersten
Lebensjahre.
1941
1991
2001
In dieser Kirche wurde ich getauft und konfirmiert und hier sah ich meine "Drillingsschwester"
wieder als wir unsere goldene und im April 2001 diamantene Konfirmation feierten. Unser
"Drillingsbruder" lebte leider nicht mehr.

1961 wurden Martin und ich in derselben Kirche getraut.

Das ist doch wohl ein schönes Bild! Diesen Weg ging ich jeden Tag zur Volksschule in Lederschuhen,
obwohl ich mir so sehr wünschte, wie die meisten meiner Mitschüler Holzschuhe tragen zu dürfen -
aber nein, ich bekam nie welche.

Erst als ich erwachsen war schaffte ich mir ein Paar an und rieb sie mit Erde und Pflanzen ein,
damit sie gebraucht aussahen. Ich nahm sie in mein neues Heimatland mit.

Beim Anblick dieses Fotos fühle ich mich froh und ein wenig stolz. Ich bekomme ein
Gefühl als ob mich jemand lobte. Welches kleine Mädchen wurde wohl nicht gelobt wenn es
stricken lernte!
Ich war die einzige in meiner Klasse, die als zehnjährige in die Oberschule in der Stadt kam.
Ja eben, in der Stadt!
Alle meine neuen Mitschülerinnen, nur Mädchen, die in der Stadt wohnten, hatten Feundinnen in
der Klasse. Es dauerte drei Jahre bis ich eine Freundin ganz für mich allein fand, eine
zugezogene Schülerin, mit der ich zusammenhielt bis sie 1962 an einer schweren Herzkrankheit
starb.

Mein Vater baute 1928 für uns und seine Arztpraxis ein grosses Haus.
Viele Flüchtlinge fanden während und nach dem Kriege bei uns Platz.

Meine Brüder und ich. Als wir grösser wurden halfen
wir unter anderem als Telefonwache und mit allem Möglichen, das
mit der Praxis meines Vaters zu tun hatte. Hermann, der älteste, musste
im Herbst 1941 an der Ostfront sein Leben lassen.
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