Das Immunsystem des ungeborenen Kindes.

Am 1. Dezember 95 konnte man im schwedischen Textfernsehen lesen, dass es amerikanischen Ärzten gelungen war, Knochenmark in ein Kind in der Gebärmutter zu transplantieren. "...Der Vorteil mit solchen Transplantationen ist, dass ungeborene Kinder keine Immunabwehr bilden. Darum wird das implantierte Gewebe nicht abgestossen...." Wenn das Immunsystem später anfängt zu arbeiten wird es sich nicht um das Transplantat kümmern und der Patient braucht keine Medizin, die die Aktivität des Immunsystems herabsetzt.

Bei der heutigen umdiskutierten Forschung an ungeborenen Kindern handelt es sich um dasselbe Phänomen. Man will sich auf die praktische Anwendung der augenblicklichen Genforschung vorbereiten, die darauf hinausgeht, ungesunde Erbmasse mit gesunder zu ersetzen. (Da das aber noch sehr lange dauern wird, und da nicht nur die Forschung sondern auch die Transplantationen riskabel und unerhört teuer sein werden, kann man sich fragen, ob man die Behandlung nicht mit einfacheren, billigeren und ethisch unklanderlichen Methoden ersetzen kann wie z.B. in der Fallbeschreibung der bluterkranken Frau im Abschnitt "Bluterkrankheit")

Man zieht hier also einen Vorteil aus der Toleranz des Immunsystemes bei ungeborenen Kindern. Aber bei gesunden Individuen bildet dieses Stadium im Leben ein schwaches Glied. Hugo Lagerkrantz schreibt in seinem Buch "Der ungeborene Mensch" folgendes: "Man kann sagen, dass das ungeborene Kind immunologisch tolerant ist. Das ist nicht nur vorteilhaft. Wenn die Mutter während der Schwangerschaft von einem Virus infektiert wird, (z.B. bei Röteln oder CMV, Cytomegalvirus) so wird das Virus von dem Immunsystem wie ein Teil des Kindes aufgefasst. Das bedeutet, dass es das Virus nicht entfernt und dass das Kind noch jahrelang nach der Geburt das Virus aussondern kann. Das kann ein grosses Problem werden, weil Kinder andere werdende Mütter anstecken können."

Hinter der Theorie der Basisallergi steht derselbe Gedankengang. Wenn ein Kind, bevor es sechs Monate alt ist und das Immunsystem noch gegen Nahrungsstoffe tolerant ist, oder vor der Geburt (durch das Blut der Mutter) artfremde Nahrung bekommt, wird das Immunsystem sie als artegen akzeptieren und sie nicht dem Organismus des Kindes anpassen, welches allmählich zu Krankheiten führen kann.

Anfang 95 wurde im Fernsehen die Filmserie "Gentechnik ohne Grenze" gegeben. Einer der Filme handelte u.a. vom Schistosomparasiten, einem Wurm, der u.a. in Afrika und Brasilien vorkommt. 10 Millionen Brasilianer werden von ihm befallen. Die Eier werden im Blutsystem des Menschen gelegt, geraten mit dem Stuhlgang ins Wasser und entwickeln sich in einer Schnecke zu Larven, die beim Baden durch die Haut in das Blut der Menschen eindringen und dort zu einem 2,5 cm langen Wurm wachsen. Millionen Eier befinden sich ständig in der Leber. Der Wurm kann 20 Jahre alt werden.

Warum entfernt das Immunsystem nicht unmittelbar die Larven? Weil es "den Wurm als zum Menschen gehörend auffasst". So drückt man sich im Film aus. Das kommt natürlich daher, dass die Mütter und schon das ungeborene Kind den Parasiten in sich hausen.

Schlussatz: Die Basisallergie ist nicht die einzige Krankheit, die angeboren, aber nicht erblich sein kann.

Hallo, WHO! Man könnte homöopathische Präparate aus Schistomeneiern herstellen und damit das Immunsystem 10 Millioner Brasilianer gegen den Wurm aktivieren.

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